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SNB-Jordan: Netter Kerl – himmeltrauriger Unfug

SNB-Jordan: Netter Kerl – himmeltrauriger Unfug- Original erschienen:


Thomas Jordan ist ein netter Kerl – kein Zweifel. Es geht nicht um die Person – es geht um die Sache. Da die SNB seit Jahren eine «one-man-show» ist, kann man zwischen Person und Sache kaum mehr unterscheiden. Was der SNB-Chef an geldpolitischem Unfug von sich gab ist nicht mehr zu überbieten.


Erstens:

Jordan redet ständig von «SNB-Leitzins», sagt aber nicht, welcher Zins das ist. Das Wort «Saron» nimmt er in seinem Referat nicht einmal in den Mund. Es ist anzunehmen, dass er unter dem «Leitzins» den «Saron» versteht.

Ein Blick auf die SNB-Bilanz zeigt, dass die SNB wohl keinen einzigen Franken in Saron investiert. Wie will aber die SNB den Saron steuern, wenn sie keinen einzigen Franken in Saron investiert? Das wäre, als ob die SNB den Goldpreis steuern wollte, ohne ein Gramm Gold zu kaufen oder verkaufen oder zu besitzen. Unsinn.

Die Bilanz der SNB offenbart im Gegenteil, dass die SNB in Staatspapiere in den USA und im Euroraum investiert und dort die Zinsen beeinflusst – nicht in der Schweiz. Ich versuche seit 30 Jahren, das der SNB zu erklären – aber sie versteht es einfach nicht.

Zweitens:

Jordan erläutert, die Zinsen auf den Guthaben der Banken bei der SNB werden nur zu einem gewissen Betrag verzinst, darunter nicht. Wie hoch dieser Betrag ist, sagt er nicht. Wie will die SNB die Zinsen in der Schweiz beeinflussen, wenn sie auf ihrer Aktivseite diese gar nicht beeinflusst und auf ihrer Passivseite nur zu einem unbekannten Betrag!?

Vor einigen Tagen behauptete die NZZ, die externe Public Relations Abteilung der SNB, die SNB würde den Banken inskünftig 7.5 Milliarden an Zinsen auf deren Guthabe bei der SNB bezahlen. Fehlanzeige bzw. die NZZ versteht genauso wie die SNB nicht, wovon sie spricht bzw. schreibt.

Drittens:

Jordan behauptet, höhere Zinsen würden die Inflation bekämpfen. Wie sollen höhere Kapitalkosten die Inflation bekämpfen? Höhere Kapitalkosten führen zu höheren Produktionskosten und damit zu steigenden Preisen – genauso wie höhere Energiepreise. Jordan plappert einfach den anderen Notenbankern dieser Welt nach – hat nicht den Mut, selber zu reflektieren.

Jordan und die SNB täten gut daran, sich endlich einmal an die Bundesverfassung zu halten und im Gesamtinteresse der Schweiz Geldpolitik zu betreiben. Die Verluste der SNB dürften bis heute gegen 130 Milliarden in den ersten 9 Monaten dieses Jahres betragen. Jordan führt die SNB in den Abgrund.


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